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Die Nachkriegsjahre

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Neugründung von Vereinen zunächst jahrelang durch die Alliierten verboten. Der Fußballspielbetrieb wird in nach Stadtteilen benannten Sportgruppen abgewickelt. Nach der Wiederzulassung von Vereinen entwickeln sich aus diesen Sportgruppen die ersten Vereine. So wird aus der Sportgruppe Neu-Tempelhof der Verein Germania 88, aus der Sportgruppe Tempelhof wird Viktoria 89 und aus der Sportgruppe Mariendorf geht Blau Weiß 90 hervor. Alle übrigen Vereine müssen sich jetzt neu gründen

Am 15.August 1948 wird der SC Krampe offiziell neu gegründet. Franz Dreher und Alfred Beyer stellen die erforderlichen Anträge.
1948_Neugruendung_SCKrampe
1948 - Dokument über die Neugründung des SC Krampe

 

Bevor die offizielle Zustimmung zur Neugründung durch die Behörden vorliegt, gibt es bereits wieder freundschaftliche Sportbegegnungen. Hans Bark, „Krampianer“ der ersten Stunde nach dem Krieg, erinnert sich an eine Fahrt im Herbst 1949 in die Nähe von Halle an der Saale. 2 ½ Stunden wurden die Spieler auf einem Lastwagen der Sowjets nach Sachsen-Anhalt gefahren. Dabei erzählt Hans Bark schmunzelnd von einer kuriosen Fehlentscheidung des Schiedsrichters, dem vermutlich ersten Fehlpfiff der Vereinsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg. Äußerst stürmisches Wetter machte ein normales Fußballspiel kaum möglich. Bei ruhenden Bällen musste während der Ausführung von Freistößen oder Abstößen ein anderer Spieler den Ball mit den Fingern festhalten, damit er nicht wegrollte. So hielt der Torwart auch den Ball fest, wenn Verteidiger Bark einen Abstoß trat. Als die beiden dies schließlich umgekehrt ausführten, ertönte ein Pfiff des Schiedsrichters, der auf den Elfmeterpunkt zeigte. Er argumentierte, dass mit der Berührung durch den Fuß des Torhüters der Ball im Spiel gewesen sei und der Finger des Verteidigers als Handspiel zu werten sei. Übersehen hatte der gute Mann allerdings die Regel, dass der Ball bei einem Abstoß erst den Strafraum verlassen muss, um als im Spiel befindlich zu gelten.

Ebenso findet sich beim SC Krampe 1949 eine erste Jugendfussballmannschaft zusammen. Klaus und Manfred Göllert erinnern sich an das erste Freundschaftsspiel gegen den BFC Preussen. Endstand war 1:1, Peter Gerds erzielte das Krampe-Tor auf Socken, da seine Straßenschuhe zu eng waren. Heute würde in solchen Fällen der Schiedsrichter eingreifen. Der Vater von Bruno Witt, damals schon Unternehmer, spendiert nach den Spielen Bockwürste mit Salat. Für die Kinder und Jugendlichen damals ein Festessen.

Einige Monate nach der Antragstellung wird der Verein am 03.01.1950 durch Oberbürgermeister Ernst Reuter als nichtpolitische Organisation zugelassen. In der Saison 1950/51 nimmt der SC Krampe wieder am Verbandsspielbetrieb teil.
Gründungsurkunde SC Krampe 3.1.1950
1950 - Anerkennung der Gründung des SC Kampe

 

Ebenso wird der Mariendorfer BC wieder neu gegründet und nimmt ebenfalls Mitte 1950 nach achtjähriger Pause den Spielbetrieb wieder auf. Mit Paul Ebel und Walter Andreas sind unter den Wiederbegründern des MBC zwei Männer dabei, die bereits 1906 den Verein aus der Taufe gehoben haben. Kurt Szezinski übernimmt das Amt des Kassierers, welches er mit großer Gewissenhaftigkeit bis zu seinem Tod im Jahre 1978 innehaben wird. Von Kurt Jünemann stammen die Worte: „Hut ab und Heiligenschein. Kurt Szezinski hat den Verein zusammengehalten.“ Er war zu jeder Versammlung am Freitag und jeden Sonntag bei den Spielen anwesend, obwohl er in Tegel wohnte und die Strecke zwischen Tegel und Mariendorf mit dem Fahrrad zurücklegen musste.

In beiden Ursprungsvereinen wird die Sportart Fußball ausgeübt, beim SC Krampe gibt es 1950/51 für ca. 1 Jahr dazu eine Kegelabteilung. Am 05.09.1951 beschließt eine außerordentliche Versammlung die Umbenennung des SC Krampe in den SC Mariendorf 1926. Als Alternative stand der Name Schwarz Weiss Mariendorf zur Wahl. In sportlicher Hinsicht gelingt dem SCM 1953 der Aufstieg in die II. Klasse, die spätere B-Klasse, und 1956 erreicht man die I. Klasse (später A-Klasse).
1957_SCM
1957 - Die 1. Herren des SCM
von links stehend: Tauscher, Nowotny, Franck, Trebuth, Neuber, G. Bahls
von links sitzend: Schuster, H. Bahls, Freier, Gehrung
liegend: Kirchstein

 

Langjährige Vereinsmitglieder wie Klaus Schmidt, Dieter Tauscher oder Dagmar und Manfred Pfeiffer bezeichnen als tragende Säulen des SC Mariendorf in den 50er und 60er Jahren die Vorstandsmitglieder Alfred Beyer, Fritz Dreher, Karl Fabian, Willi Hübner, Ottfried Melchior, Werner Hissung, Kurt Fabian, Manfred Thomann, Werner Trebuth, Paul Quitschau, Dieter Tauscher, Hans Neuber und Jürgen Gehring. Besondere Wertschätzung wird Paul Quitschau entgegengebracht, der die Jugendabteilung des SC Mariendorf aufgebaut hat.

Ein Beispiel für einen Spielerpass seht Ihr hier:
SCM_Spielerpass1 SCM_Spielerpass2
1955 - Spielerpass von Dietrich Tauscher

Dietrich Tauscher verstarb als Ehrenmitglied am 13.1.2011.

 

Beim Mariendorfer BC werden bei der Frage nach besonders verdienstvollen Vereinsmitgliedern neben Kurt Szezinski die Namen R. Abraham, Paul Ebel, Kurt Jünemann, W. Sobottke, Gerhard Kollmann, Karl Gruhn, Kurt Schreiber, Gerhard Sachs, Rudi Rietzke und Rudi Schmidt genannt. In sportlicher Hinsicht gelingt ebenfalls im Jahre 1953 der Aufstieg in die II. Klasse. In den nächsten Jahren wurde häufig um den Klassenerhalt gespielt und erst 1962 gelingt es, die A-Klasse zu erreichen.

1963_MBC
1963 - 1. Herren des MBC

 

Besonders eng geht es in der Spielzeit 1959/60 zu. Der letzte Spieltag liegt vorher unter schlechten Vorzeichen. Der MBC muss in Friedenau gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass die Mannschaft von Britz Süd zu Hause gegen Olympia verliert. Ein Unentschieden würde den Britzern bereits genügen. Über Telefon verständigt man sich über den Spielverlauf in Britz und kann der Mannschaft entsprechende Hinweise geben. Und tatsächlich, das Unwahrscheinliche gelingt, der MBC siegt 4:2, während Britz Süd 0:2 verliert und absteigen muss. Während dieses letzten Spieltags stößt Gerhard Kollmann zum Verein. An diesem Tag kann niemand ermessen, wie wichtig und wertvoll Gerhard Kollmann für den Mariendorfer BC werden wird.

 

In beiden Ursprungsvereinen werden recht bald nach der Neugründung Jugendfussballabteilungen ins Leben gerufen. Den Anfang macht der SC Krampe 1949, wie wir bereits erwähnten. Ein Jahr später folgt der MBC. In den 50er Jahren sind Erfolge rar. In erster Linie geht es darum, den Spielbetrieb zu sichern. Schon damals läuft ohne das besondere ehrenamtliche Engagement zahlreicher Vereinsmitglieder nichts. Karl Fabian, Gerhard Schulz und Horst Obst bei Krampe/SCM sowie Kurt Schreiber, Otto Rothe, Willi Schneider und ab 1956 Rudi Rietzke, dessen Name in Mariendorf später Legende werden sollte, beim MBC sind die häufig genannten Protagonisten jener Tage im Jugendfussball.

Zu diesem Zeitpunkt löst der SC Mariendorf vorübergehend seine Jugendfussballabteilung auf. Fast alle Jungen des SCM treten im Einvernehmen beider Vereine beim MBC ein. Die interne Abmachung lautet, dass die Spieler sofort wieder freigegeben werden, sofern der SCM einen Neuaufbau seiner Jugendabteilung vornimmt. Schon damals eine gute Kooperation unserer beiden Ursprungsvereine zum Wohle der Jugendlichen. So hatte der MBC in jenen Jahren meist 12 Jugendmannschaften, jeweils 3 A-, B-, C- und D-Mannschaften, im Spielbetrieb.

 

In diese Zeit fällt 1956 das 50jährige Vereinsjubiläum des MBC. Der Festakt findet in der Aula der Rudolf-Hildebrand-Schule in der Mariendorfer Friedenstrasse statt. Umrahmt wird die Feierstunde vom „Mandolinen-Club Frohsinn 1916“ und vom Männerquartett „Hoffnung 1925“. Der Jubiläumsball steigt im Fruchthof-Casino und das Jubiläumsturnier der 1.Herren gewinnt der MBC vor dem BFC Preussen, dem SC Charlottenburg und Rot Weiss Neukölln.

Angesprochen auf die 50er Jahre erinnern sich die Beteiligten aus beiden Ursprungsvereinen vor allen Dingen an den großen menschlichen Zusammenhalt untereinander. Fernsehen war damals nicht weit verbreitet und so waren die Vereine für die meisten Menschen der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Da das Geld knapp war, bestellten die Sportler in ihren Vereinslokalen Glasstiefel mit Bier, die reihum gingen. Dazu sorgten einige Vereinsmitglieder, die ein Instrument beherrschten, für Musik und alle Anwesenden trugen mit Gesang zur guten Stimmung bei. Vereinslieder wie „Rot und Weiß (oder schwarz und weiß) sind unsere Farben“ waren sehr beliebt. Diese Feste fanden immer statt, egal, ob gewonnen oder verloren wurde. In guter Erinnerung sind auch die sogenannten „Eierfahrten“, die ersten Dampferfahrten nach dem Winter, sowie die Stiftungsfeste und Maskenbälle, die heute wohl Faschingsfeiern genannt würden.

Im Vereinslokal des MBC taucht häufig ein zu dieser Zeit äußerst bekannter Sänger auf, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Tschirschwitz heißt und in der Lankwitzer Strasse wohnt. Unter seinem Künstlernamen Rene Carol wird er u.a. mit den Liedern „Rote Rosen, Rote Lippen, Roter Wein“ oder „Capri-Fischer (Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt)“ berühmt. Er ist ein begeisterter Billardspieler, aber gegen die alten MBC-Billard-Asse kann er meistens nicht gewinnen. Sobald er das Lokal betritt, muss er den anwesenden Damen erst mindestens zwei seiner Lieder darbieten. Danach hat er meist Speisen und Getränke „frei“.

Im Juni 1958 geht ein Schreiben des Vorstands des SC Mariendorf beim MBC ein, das Vorschläge für einen Zusammenschluß beider Vereine zum Inhalt hat. Nach einer erregten Aussprache während einer Monatsversammlung des Mariendorfer BC wird der Vorschlag zur Fusion mit Mehrheit abgewiesen.

Wenn die Sprache beim MBC im Jugendfussball auf jene Jahre kommt, gibt es eigentlich immer ein Thema, dass die Jugendlichen jener Zeit, die heute in unseren Alt-Liga- und Ü 50-Teams aktiv sind oder die dem Verein als passive Mitglieder die Treue gehalten haben, erwähnen. Es sind die zahlreichen, von Rudi Rietzke organisierten Reisen in weite Teile Deutschlands und Österreichs. Für die damalige Zeit, wo das Geld bei fast allen Menschen äußerst knapp war, stellten diese Fahrten eine ganz besondere Sache dar. Schmunzelnd erinnert sich beispielsweise Peter Schubert: „Nicht, dass Du denkst, diese Fahrten wären reine Erholung gewesen. Rudi hat uns pausenlos auf Trab gehalten. Noch ´ne Besichtigung und noch ´ne Besteigung irgendeines Berges.“ Dabei lachen alle in der Runde. Diese Zeit möchte niemand missen. Die Werbewirkung dieser Reisen ist groß. Bis 1962 kann der MBC die Zahl seiner Jugendfussballmannschaften auf 15 steigern. Rudi Rietzke übergibt die Jugendleitung am Gerhard Sachs, etwas später folgt Rudi Schmidt in dieser Funktion.

1958_MBC
ca. 1958 - MBC Junioren
Von links: Trainer Siegert, Klaus Priemer, Burghausen, Manfred Pirner, Wolfgang Schmidt, Peter Harre, Jürgen Gebheim, Heinz Siegel, Berthold, Jürgen Korthals, Wolfgang Färber, Heinz Anders, 1. Vorsitzender Sobottk.

 

Wolfgang Färber trainierte sehr viel später die erste Herren des SCM und des MSV 06 und Manfred Pirner guckt immer noch gerne bei MSV-Spielen von seinem Sohn zu, der allerdings inzwischen auch bereits in der Altliga spielt.

Der SC Mariendorf unterbricht seine Jugendarbeit lediglich für ein Jahr. 1960 übernimmt Paul Quitschau das Amt des Jugendleiters. Wenn sich einstige Weggefährten an ihn erinnern, sprechen sie davon, dass er mit Leib und Seele ein Mann des Sports war. Hervorgehoben wird die Energie, die er während seiner Amtszeit aufbrachte. Paul Quitschau und sein Nachfolger Dieter Tauscher führen die Jugendfussballabteilung des SC Mariendorf mehr als ein Jahrzehnt und machen sich um den Verein verdient. Weitere wichtige Mitarbeiter in dieser Zeit sind Harry Voss, Ingrid Bendrien und Karl-Heinz Altermann. In guter Erinnerung sind vielen Vereinsmitgliedern von damals die durch die Jugendfussballabteilung des SCM unter der Regie von Klaus Franz ausgerichteten Weihnachtsfeiern für den Gesamtverein im Lindenhof in der Eythstrasse.

Seit Beginn der 60er Jahre hatten zahlreiche Jugendmannschaften des Mariendorfer BC erstmals Staffelsiege errungen. Trainer Herbert Kunikewicz hat massgeblichen Anteil am Aufschwung der Jugendfussballabteilung. Die Saison 1967/68 wird im B-Junioren-Bereich zum bis dahin erfolgreichsten Jugendjahr des MBC. Alle B-Jugendmannschaften werden Staffelsieger. Die 1.B schlägt im Südkreis-Finale den BFC Südring und ist im Endspiel um die Berliner B-Jugendmeisterschaft gegen keinen Geringeren als Hertha BSC. Das Endspiel endet 0:0. So muss ein Wiederholungsspiel entscheiden. Hertha geht Mitte der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung. In der Zweiten Spielhälfte kommt es zu einem Sturmlauf des MBC. Aber der spätere Bundesligaprofi Thomas Zander im Tor der Herthaner hält einfach alles und sichert seiner Mannschaft den Titel. Die Berliner Vizemeisterschaft aber ist für den „kleinen“ MBC ein Riesenerfolg.

1961_MBC_Knaben
Knabenmannschaft des MBC 1961

 

Im Erwachsenenbereich hält der MBC die A-Klasse bis 1969. Mitte der 60er Jahre wird einige Male um den Aufstieg mitgespielt, was letztlich allerdings nicht gelingt. 1969 muss man in die B-Klasse absteigen und ein Jahr später, 1970, geht es sogar hinunter in die C-Klasse. Am 14. August 1972 verstirbt der langjährige Vorsitzende und Vereinsgründer Paul Ebel im Alter von 81 Jahren. In der Saison 1973/74 will man unbedingt die Rückkehr in die B-Klasse schaffen. Durch eine neue Klasseneinteilung steigen die ersten 5 Mannschaften in die B-Klasse auf. Darüberhinaus hat der Erstplazierte die Chance, durch Entscheidungsspiele gegen andere Staffelsieger direkt in die A-Klasse aufzusteigen. Mit A. Ihlow hatte der Verein einen besonders starken Stürmer hinzubekommen. Der Mariendorfer BC wurde mit 47:9 Punkten und 107:45 Toren Meister. Die vielen Tore bedeuteten den Gewinn des Berliner-Kindl-Offensivpokals, verbunden mit einem Scheck über 4.000,-- DM. In den Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die A-Klasse traf man auf den FC Tiergarten. Da A. Ihlow inzwischen nach Dänemark verzogen war, ließ man ihn für die Entscheidungsspiele einfliegen. Leider nutzte diese Massnahme nichts. Nach einem 4:4 im Heimspiel, verlor man auswärts deutlich mit 1:5 Toren. Allerdings war die B-Klasse nach 4 Jahren trotzdem wieder erreicht.

1961_MBC_4.Herren
1961 - 4. Herren des MBC

Ein Foto der erfolgreichen 4. Herren des Mariendorfer BC aus dem Jahre 1961. Ein Dankeschön an Klaus Göllert, der uns dieses Bild zur Verfügung gestellt hat. Dazu eine kleine Anekdote geschildert von Klaus Göllert:

 

„Am 2. Weihnachtsfeiertag trat das Team um 09.00 Uhr am Britzer Buschkrug bei minus 15 Grad Celsius und viel Schnee gegen Sperber 12 an. Gleich zu Beginn schlug es zum 0:1 bei unserem Keeper ein, der gerade einen Schluck zum Erwärmen zu sich nahm. Wir restlichen zehn Spieler grinsten und selbst der Schiri hatte es mitbekommen. Er hielt sich aber aus dieser Angelegenheit heraus und bekam zum Schluss auch einen ab, nachdem er sich ja das ganze Spiel über warmlaufen konnte.

 

Nach dem Rückstand mussten wir etwas tun und alle strengten sich an. Am Ende hieß es 14:3 für uns. Auf dem Foto von links: Kurt Großkopf, Werner Lüdtke, Peter Schubert, Klaus Göllert, Horst Schmidt, Wolfgang „Jummel“ Emkow, Günter Pursian, Manfred Göllert, Eberhard Lange, Jürgen Trosse und Jürgen Krause.

 

Zwei aus dieser großartigen Truppe verpassten an diesem Tag übrigens den Treffpunkt Alt-Mariendorf. Wir fuhren mit der „Elektrischen“ nach Britz und die beiden waren erst auf dem Weg nach Hause, um ihre Sportsachen zu holen. Sie kamen ja aus der Marktquelle, damals ein beliebtes Tanzlokal am Mariendorfer Damm. Heute ist dort die Berliner Sparkasse ansässig. Die „Zwei“, es waren unser Keeper und der mit dem Stirnband, welcher sich schließlich mit 3 Treffern am Torreigen beteiligen sollte, hatten die ganze Nacht durchgetanzt und waren entsprechend in Form. Leider haben uns vier Freunde aus der damaligen Elf bereits verlassen: Horst, Jummel, Eberhard und Jürgen Trosse).“

Klaus Göllert

 

Im März 1971 beschließen der MBC-Geschäftsführer Gerhard Sachs und der Herrenspieler Joachim Treuchel, eine Damenfussballmannschaft zu gründen. Zunächst werden die Frauen und Freundinnen der Vereinsmitglieder aufgerufen, sich zu melden. Im Herbst 1971 ist es soweit. Erstmals bestreitet ein Damenfußballteam des Mariendorfer BC ein Spiel. Gegen Hansa 07 wird ein 1:1 erreicht. In den nächsten Jahren werden die Fussballerinnen des Vereins unter Trainer Wolfgang Witzmann immer erfolgreicher. Es gelingt der Aufstieg in die oberste Berliner Spielklasse, die Verbandsliga. Bereits im ersten Jahr wird der dritte Platz belegt. In den Jahren 1979 und 1980 wird das Team Berliner Vizemeister und erreicht jeweils das Pokalfinale. Beide Endspiele gehen gegen die jeweiligen Berliner Meister Tennis Borussia (1:3) und Meteor 06 (0:1) knapp verloren. Die Damen unternehmen zahlreiche Reisen ins Bundesgebiet und europäische Ausland. Glanzlichter sind die Sportreisen in die USA.

1980_Damen
ca. 1980 - Damenmannschaft des MBC

 

Der Jugendbereich des Mariendorfer BC feiert in den 70er und 80er Jahren einige Erfolge. Unter den Jugendleitern Rudi Rietzke, Willi Lietzmann sowie Heinz und Marianne Busse werden bis zur Fusion 1985 so viele Staffelmeisterschaften errungen, dass man ihre Zahl heute nicht mehr nachvollziehen kann. Bis zu 17 Jugendmannschaften hat der Verein im Spielbetrieb. Mitte der 70er Jahre spielen die D-Jugendlichen unter Trainer Gerhard Winter um die Südkreismeisterschaften mit, 1979 wiederholt Jürgen Berge als Coach dieses Kunststück mit der D-Jugend in der Halle. 1984 gelingt mit der 1.E-Junioren unter Trainer Dirk Busse erstmals einer Jugendmannschaft die Qualifikation für die Endrunde der Berliner Hallenmeisterschaft. Gegen Hellas Nordwest startet man mit einem 1:1-Unentschieden, wobei ein von uns erzielter Treffer, der den Sieg bedeutet hätte, keine Anerkennung fand. Großes Pech hatte die Mannschaft im Spiel gegen Tasmania, als wir erst vier Sekunden vor Schluß das 0:1 hinnehmen mussten. Torschütze für Tasmanias E-Junioren war ein gewisser Carsten Ramelow, der 18 Jahre später im Finale der Fussball-WM 2002 stehen und mit der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft Vizeweltmeister werden sollte. Nach dieser unglücklichen Niederlage war gegen den sich von Spiel zu Spiel steigernden SC Siemensstadt (mit den späteren Profispielern Oliver und Andreas Schmidt) die Luft raus. Ein 2:0 machte die Siemensstädter zum Berliner Meister, unser vierter Platz bei der Berliner Meisterschaft war in diesen Jahren ein großer Erfolg. Neben Familie Busse sind Hans Hoffmann sowie Hannelore und Herbert Becker wesentliche Garanten für die Jugendarbeit des MBC in dieser Zeit.

Nach dem 1974 gelungenen Aufstieg der 1.Herren in die B-Klasse gelingt dem Mariendorfer BC das Kunststück, in der kommenden Spielzeit gleich weiter in die A-Klasse aufzusteigen. Im entscheidenden Spiel konnte man auswärts bei Blau-Weiß Spandau mit einem Sieg alles klar machen. In der ersten Halbzeit muss man gegen den an diesem Tage sehr starken Wind spielen und prompt liegt das Team zur Halbzeit mit 0:3 hinten. Der 1. Vorsitzende Gerhard Kollmann schimpft: „Sekt vorher kalt stellen, das muss ja schief gehen.“ Nach der Pause mit dem Wind im Rücken aber geschieht das Wunder. Ein Selbsttor, eine direkt verwandelte Ecke von Giesler und ein Weitschuß von Parys stellen den Ausgleich her. Unbeschreiblich der Jubel, als Opper per Kopf den Siegtreffer für den MBC erzielt. Der Aufstieg ist geschafft. In der Kabine genießt sogar der 1. Vorsitzende den zuvor kalt gestellten Sekt.

 

Aber in der Vereinsgeschichte geht es auf und ab. Nach dem A-Klassen Aufstieg 1975 fehlen zum Saisonende im Jahre 1976 zwei Punkte zum Klassenerhalt. Es geht zurück in die B-Klasse. Es vergehen wieder 4 Jahre, bevor man 1980 in die A-Klasse zurückkehrt. Diese Spielklasse hält der Mariendorfer BC mit seiner 1. Herrenfussballmannschaft bis zur Fusion 1985.

Auch beim SC Mariendorf wechseln in den 60er und 70er Jahren bei allen spielenden Herrenmannschaften Höhen und Tiefen. Herausragend ist in dieser Zeit das Engagement des späteren Ehrenvorsitzenden Hans Neuber sowie der Einsatz von Norbert Schilling. 1978 spielt der SCM mit seiner 1. Herrenfußballmannschaft in der B-Klasse, in der Saison 1980 gelingt der Aufstieg in die A-Klasse, ein Jahr später wird jedoch wieder abgestiegen.

Zu dieser Zeit bildet sich beim SC Mariendorf mit Günter Ludwig, Werner Kühn, Dagmar Pfeiffer, Norbert Werft und Klaus-Günter Ogorsell ein neuer Vorstand, der neue Impulse setzt. Als dieser Vorstand 1982 sein Amt antritt, befindet sich die 1.Herrenfussballmannschaft des Vereins auf dem vorletzten Tabellenplatz der B-Klasse. Mit Hans Bäsler wird ein neuer Trainer verpflichtet, der schließlich den Klassenerhalt erreicht. Unter seinem Nachfolger Werner Dahlke gelingt in der Saison 1982/1983 der Aufstieg in die A-Klasse. Nun werden neue Ziele gesetzt

1982_SCM
Saison 1982/1983 - 1. Herren SCM
Von hinten links: Betreuer Günter Ogorsell, Frank Lindenau, Bernd Alscher, Wolfgang Horter, Ulli Klimpel, Michael Dahlke, Arwed Rohloff, Trainer Werner Dahlke
mittlere Reihe: Ralf Bartoszek, Rudi Hoferer, Frank Hidde, Andreas Gauglitz, Lutz Neuber, Harald Kostowski
vordere Reihe: Ralf Neuber, Eberhard Neuber, Jürgen Franz, Jürgen Kellner, Frank Gierok, Detlef Angermüller, Fritz Mewes

 

Aufgrund der einsetzenden sportlichen und wirtschaftlichen Stagnation sucht man einen Fusionspartner und findet ihn schließlich im Mariendorfer BC. Der MBC bietet sich förmlich an, denn das Wandern der Spieler zwischen den beiden Nachbarvereinen ist äußerst ärgerlich. Das Konkurrenzdenken zweier Vereine, die eigentlich gleiche Ziele haben, ist störend und sollte beendet werden. Zunächst gibt es erste Bedenken beim Vorstand des MBC. Dem damaligen 2.Vorsitzenden Helmut Dahms als Fusionsbefürworter gelingt es, ein erstes Vorstandstreffen beider Vereine zu organisieren, welches sehr positiv verläuft.

Am 14.03.1985 beschließen außerordentliche Hauptversammlungen der beiden Ursprungsvereine die Fusion. Beim SCM würde eine 2/3-Mehrheit reichen, dort stimmen 76 % der anwesenden Vereinsmitglieder für den Zusammenschluß. Schwieriger ist die Ausgangsposition beim MBC. Hier ist eine ¾-Mehrheit erforderlich. Mit sensationellen 94 % Zustimmung wird diese Hürde eindrucksvoll gemeistert.

1985_MBC

Nach dem letzten Heimspiel des MBC 06 vor der Fusion wird die Fahne auf dem Sportplatz Markgrafenstrasse eingeholt.

Von links: Peter Kieß (Schiedsrichter), Dieter Würtz (3.Vorsitzender), Frank Parys, Frank Linneweh, Klaus Göllert, Frau Kieß

Die Vereine mit den Namen Mariendorfer Ballspiel-Club und der Sport-Club Mariendorf sind nun Geschichte.

 

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